entspannungkrisenzeiten

Entspannung in Krisenzeiten

Die Bevölkerung erlebt derzeit eine Situation, wie wir sie noch nie hatten und hoffentlich auch nie mehr haben werden. Die Welt dreht sich weiter und doch entsteht das Gefühl, sie steht aufgrund des Lockdows still. Irgendwie beängstigend und herausfordernd. Aber auch eine Chance. Eine Chance, wieder einmal seinen eigenen Bedürfnissen und seinem Ich zuzuhören. Wie oft machst du das wirklich in deinem Alltag?

Vielleicht arbeitest du im Homeoffice oder darfst aufgrund der verordneten Massnahmen gar nicht mehr arbeiten. Welche Option es auch ist, du verbringst im Moment sehr viel Zeit Zuhause. Für die einen ist das kein Problem. Für andere jedoch stellt es eine grosse Herausforderung dar und es bannt sich eine Anspannung auf. Genau dann ist es umso wichtiger, einen guten Ausgleich herzustellen. In diesem Artikel möchte ich dir eine Hilfestellung dafür geben.

Routine & Rituale beibehalten
Im „normalen“ Alltag gewöhnst du dich an eine gewisse Routine. Du führst stetig kleine Rituale durch. Das kann das Trinken des Kaffees nach dem Aufstehen sein, bevor du zur Arbeit fährst. Das kann auch eine kleine Runde um den Häuserblock sein, die du machst, bevor du ins Auto steigst, deine Lieblingsmusik anmachst und in den Morgenverkehr tuckst. Und plötzlich werden diese kleine Rituale von ihrem Platz verwiesen, weil du vom einen zum anderen Tag in die Schranken gewiesen wirst. Das führt zu einer inneren Stressreaktion und zum Kontrollverlust. Dem kannst du entgegenwirken, indem du an deinen Ritualen festhältst oder sogar neue einbaust. Achte darauf, dass kleinere Alltagsaufgaben in deinem momentanen Tagesrhythmus bestehen bleiben.

Eine Ruheinsel erschaffen
Wenn du das schon hast, umso besser. Wenn nicht, bietet dir diese Situation eine gute Gelegenheit dazu. Hast du einen Ort in deiner Wohnung, an dem du dich besonders wohl und gut aufgehoben fühlst? Vielleicht eine schön eingerichtete Ecke in einem Zimmer oder ein Sessel, der besonders bequem ist? Neben der Pflanze auf dem Balkon? Vielleicht bist du im Besitz eines Gegenstandes, der dir besonders am Herzen liegt? Indem du dir deine persönliche Ruheinsel erschaffst, schenkst du dir Möglichkeiten, während deines Alltags Momente des Rückzugs und der Ruhe zu geniessen. Wann immer du erste Anzeichen einer Anspannung spürst, gibt dir deine Ruheinsel Rückhalt.

Entspannungsmethode als Unterstützung
Hier sei erstmal der Unterschied zwischen einer Entspannungsmethode und einem Entspannungsverfahren erklärt: Eine Entspannungsmethode führt dich unterschiedlich ausreichend in einen Entspannungszustand. Methoden sind zum Beispiel das Musikhören, Lesen, Bewegung, bestimmte Düfte o.ä. Entspannungsverfahren sind spezifische Techniken, die einen medizinischen Entspannungszustand auf allen Ebenen in unserem Körper induzieren. Das Autogene Training, die Progressive Muskelentspannung oder die Meditation gehören in diese Kategorie. Wenn du ein Verfahren bereits professionell erlernt hast, dann kommt dir das gerade jetzt sehr zu Gunsten. Es wird dich in deinem Alltag stark unterstützen. Anderenfalls kannst du auf eine Methode zurückgreifen, die dir besonders zusagt und diese in deinen Tag einbauen. Wichtig: Du darfst dir erlauben, etwas Gutes für dich zu tun!

Einen Moment der Achtsamkeit
Während dem du eine Aufgabe erledigst, bist du mit deinen Gedanken bereits bei der Nächsten. In den Minuten, in denen du deinen Einkauf erledigst, überlegst du gerade welche Hausarbeiten sonst noch auf der Liste stehen. Kennst du das? Herzlich willkommen in der 24/7 Generation. Wenn du mal versuchst, für nur 2 Minuten deine volle Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand zu richten, wirst du vielleicht bemerken, wie schwer dir das fällt, weil da ständig irgendwelche Gedanken auftauchen. Du und dieser Gegenstand jetzt in diesem einen Moment – unmöglich. Dabei sind genau diese Augenblicke von wertvoller Bedeutung. Sie schenken dir einen kurzen angenehmen Ausstieg aus dem Strudel. Das macht sich auch körperlich und emotional spürbar. Die Anspannung sinkt und deine Affekte werden ausgeglichener. Wenn du einen bestimmten Gegenstand in deinem Zuhause findest, der dir besonders zusagt und du dich mehrmals am Tag für 2 – 3 Minuten diesem mit deinem vollen Gewahrsein widmest, entkommst du dieser ständigen Spannung und Anstrengung. Beobachte ihn. Wie fühlt er sich an? Wie sieht er aus? Was verbindet dich mit ihm? Welche Details zieren ihn?

Lieblingsbild als Begleiter
Oh welch schöne Erinnerungen das letzte Urlaubsfoto hervorruft. Welch angenehme Glücksgefühle auftauchen, wenn das Foto der Kinder auftaucht. Oder vielleicht doch das Foto deines Haustieres? Eines von einem wunderschönen Ausflug in der Natur oder einem Abenteuer mit deiner besseren Hälfte? Bestimmt findest du ein Foto, mit dem du dich sehr gut identifizieren kannst und positive Gedanken und Emotionen in dir hervorrufen. Du kannst dieses hervorholen und an deinen Homeoffice-Arbeitsplatz aufstellen und vielleicht eine Kopie an einen weiteren Ort ablegen/aufhängen, an dem du dich gerade jetzt viel befindest. Dieser psychologische Effekt nennt sich Priming. Du „programmierst“ dein Unterbewusstsein auf diese angenehmen Assoziationen mit deinem Bild und löst damit eine positive Kettenreaktion in deinem Körper aus.

Kleinere in den Alltag eingebaute Einheiten von Entspannung unterbrechen den ständigen Anspannungspegel und die damit verbundene körperliche und mentale Stressreaktion. Auch bieten sie die Möglichkeit, für einige Momente aus diesem Alltagsstrudel auszubrechen und dem Menschen eine Welt zu erschaffen, in dem er sich wohlfühlt und die absolute Kontrolle hat. Und das ist es, was wir in der zurzeit erlebten Situation besonders brauchen.

Gönn dir eine Auszeit, deiner Gesundheit zuliebe.

Larissa

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