Grundlagen der Entspannungsreaktion

Lass uns mit einem kleinen Experiment starten, bevor ich dir die ganzen Fakten auf den Tisch lege.

Schliesse die Augen wenn du magst und nimm ein paar bewusste Atemzüge. Wenn du soweit bist, lenkst du deine Aufmerksamkeit auf deine dominante Hand. Verweile einen kurzen Moment dort und beobachte, wie sie sich anfühlt. In einem nächsten Schritt ballst du die Hand zu einer Faust mit Einbezug einer Spannung. Diese Anspannung, also die Faust, hältst du für ca. 7 Sekunden. Und dann – dann lässt du die Faust abrupt los. Jetzt beobachtest du nochmals mit deiner vollen Aufmerksamkeit, wie sich deine Hand anfühlt. Wiederhole diesen Vorgang noch 3 mal. Lass dir immer genug Zeit, um nach dem abrupten Loslassen genau zu erforschen, wie sich deine Hand anfühlt.
Was konntest du wahrnehmen? Welche Empfindungen hast du beobachtet?
Ich bin mir sicher, es sind erste Anzeichen einer Entspannungsreaktion aufgetaucht. Das, indem du zwei grundlegende Voraussetzungen zur Induktion einer Entspannungsreaktion aktiviert hast: Das Lenken der Aufmerksamkeit in eine Körperregion, auch Interozeption genannt und das Loslassen. Ohne diese beiden Grundvoraussetzungen lässt sich kein sogenannter medizinischer Entspannungszustand, kurz MEZ induzieren. Dieser wird so genannt, weil er im gesamten Körpersystem sowohl physiologisch, emotional als auch psychisch seine Wirkung entfaltet.
Nun kannst du dir erklären, weshalb gewisse Methoden zwar entspannen, aber nicht als explizite Entspannungsverfahren gelten. Ein (medizinisches) Entspannungsverfahren gilt dann als solches, wenn es diese oben genannte Entspannungsreaktion hervorruft. Weitere Massnahmen entspannen dich zwar im Moment, der medizinische Entspannungszustand bleibt aber aus.

Wie du siehst, sind wir schon inmitten der Entspannungstheorie angelangt. Aber hier einen tiefen Taucher in diese Welt zu machen, würde den Rahmen dieses Artikels um ein Weites sprengen. Dennoch möchte ich dich mit den wichtigsten Eckdaten einer Entspannungsreaktion vertraut machen. Alles Weitere wirst du mit der Zeit in Folgeartikeln kennen lernen.

Weshalb die gezielte, regelmässig angewendete Entspannung deiner Gesundheit so gut tut, hat unter anderem auch mit derer Auswirkungen auf dein ganzes Körpersystem zu tun. Um der Einfachheit halber unterteile ich das gerne in drei Ebenen: Gedanken, Emotionen und der Körper.
Auf gedanklicher Ebene erfährst du Ruhe. Die Gedanken sind gebündelt und du verweilst im gegenwärtigen Moment. Ein „Grübeln“ wie wir es gerne nennen, hat dabei keinen Platz 😉 Deine Aufmerksamkeit ist nach innen gerichtet.
Emotional zeigt sich ein Entspannungszustand in einer ausgeglichenen Stimmungslage. Zufriedenheitsgefühle und Wohlwollen breiten sich aus.
Auf der körperlichen Ebene geht ganz schön viel ab. So ist zum Beispiel zu beobachten, dass der Muskeltonus gut spürbar abnimmt. Durch diese Spannungsminderung können sogar allfällige Schmerzen gelindert werden. Die Gefässe erweitern sich, wodurch dein Körper besser durchblutet und somit mit mehr Sauerstoff versorgt wird. Die Atemtätigkeit verändert sich ebenfalls. Der Atem wird tiefer und verlangsamt sich. Die Herzfrequenz senkt sich und die Balance zwischen Sympathikus und Parasympathikus kann wieder hergestellt werden.
Wie du siehst, kann so eine Entspannungsreaktion ganz schön viel Positives mit dir anstellen und deine Gesundheit bei disziplinierter Anwendung enorm unterstützen. Mit dem Autogenen Training oder der Progressiven Muskelentspannung stehen dir zwei wunderbare Wege zur Verfügung, um einfach und zeitnah sämtlichen durch (chronischen) Stress ausgelösten Krankheits- und Beschwerdebilder vorzubeugen – unter anderem dank der vielseitig wirkenden medizinischen Entspannungsreaktion als Gegenpol zur alltäglichen Annspannung.

Gönn dir eine Auszeit, deiner Gesundheit zuliebe.
Larissa

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